Ankunft in Naperville

Hallo aus dem Westen von Chicago. Nach meiner gut 20 stündigen Zugfahrt von Philadelphia nach Chicago, bin ich am Dienstag endlich bei meiner Gastfamilie in Naperville angekommen.

Ich bin jetzt auch ganz froh endlich meine Koffer ausgepackt zu haben und mein eigenes Zimmer zu haben. Nur aus dem Koffer zu leben macht dann auf Dauer doch keinen Spaß. Nachdem ich also am Dienstag hier angekommen bin, habe ich mich am Mittwoch mit meiner Hostmum Ruth auf den Weg gemacht meine „Social-Security-Card“ zu beantragen. Ohne die geht hier in den USA nämlich so gut wie gar nichts. Die brauche ich um ein Bankkonto zu eröffnen, um den US-Führerschein zu beantragen, um die Autoversicherung abzuschließen, sie dient als Arbeitserlaubnis und zur Registrierung am College. Apropos Registrierung am College. Das war dann nämlich auch meine Beschäftigung am Donnerstag. Da waren Katja und ich den ganzen Tag am College und haben unsere College Coordinatorin Zinta kennen gelernt. Sie hat uns dann einiges über das Leben am College erzählt und uns ihren netten Kolleginnen vorgestellt. Sogar zum Essen sind wir eingeladen worden. Scheinbar habe wir wirklich ein bisschen einen Sonderstatus als PPP’ler. Nichtsdestotrotz mussten wir dann auch unsere Collegekurse auswählen. Was auch gar nicht so einfach war. An dem College gibt es ca. 500 verschiedene Kurse. Darunter dann den Richtigen auszuwählen, der auch noch in deinen Zeitplan passt ist gar nicht so einfach. Dennoch hab ich es irgendwie hinbekommen und bin mit meiner Kursauswahl bis jetzt auch mal recht zufrieden.

Vier verschiedene Kurse konnte ich belegen. Entschieden habe ich mich dann für:

- Consumer Marketing

- Entrepreneurship

- American Politics

- Organizational Behavior

Jetzt brauche ich nur noch das OK von CDS in New York, dass die Kurse zu meiner Berufsausbildung passen und dann geht’s am Mittwoch los und ich bin offiziell Student.

Seit Donnerstag bin ich nicht mehr der einzige Deutsche in meiner Family. Robert macht auf seiner Homestaytour einen Zwischenstop in Naperville.

Zusammen mit ihm, Ruth und meiner Gastschwester Jackie ging es am Freitag Mittag nach Wisconsin. Dort wollten wir am Samstag in Wisconsin Dells Amerikas größten Water-Adventure-Park erobern. Leider fiel dieser Wasserspaß aber ins Wasser. Ein Temperatursturz von über 10 Grad und anhaltender Regen, machten das Badevergnügen unmöglich.

Nachdem wir dann eine Wasserski-Show nach der Hälfte der Aufführung aufgrund der anhaltenden Kälte verlassen mussten, haben wir uns auf den 4 stündigen Heimweg gemacht. Diesen durfte ich dann, als Fahrer des Familieneigenen Vans auch ganz alleine bewerkstelligen. Wer hier in den USA schon mal Auto gefahren ist, der weiß, dass dies keine Besondere Herausforderung war. Automatik, Tempomat und der kilometerlang geradeaus führende Highway machen die aufkommende Müdigkeit zur größten Herausforderung.

Am Sonntag sind wir dann mit der ganzen Familie in den Gottesdienst gefahren. Dort wurde der Pfarrer verabschiedet, mit dem meine Family seit 17 Jahren eng befreundet ist. Seine Abschiedspredigt hat mich sehr an meine Situation erinnert. Er hat alle die schönen Momente beschrieben, die er in der Gemeinde erleben durfte. Dabei wurde auch herzlich gelacht. Sehr ungewohnt in der Kirche. Er sagte, dass es ihm sehr schwer fällt alle seine Freunde zurück zulassen. Er meinte es würde ihm sehr schwer fallen von hier wegzugehen. Allerdings freue er sich auch sehr auf die Herausforderung in seiner neuen Gemeinde. Das Ganze hat mich dann wirklich sehr an mich und mein Jahr hier erinnert.

Seit heute Abend habe ich nun auch endlich mein Auto. Letzte Woche hatte es noch der Bruder meiner Gastmutter für diverse Reparaturen gehabt. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Von Außen sieht der Chrysler noch recht kompakt aus. Wenn man dann aber mal drin sitzt, meint man, man sitzt in einem 10 meter langen Wohnmobil. Alles elektrisch und der Fahrersitz lässt sich per Knopfdruck in alle denkbaren Richtungen bewegen. Absolut geiles Auto. Hoffentlich hält es das Jahr mit mir aus.

Bevor Robert am Dienstag nach Lincoln, Nebraska weitereist, werden wir morgen wohl noch nach Chicago Downtown fahren und die Stadt erkunden. Allerdings nur, wenn das Wetter hält. Leider hat es für morgen Gewitter gemeldet.

So, das waren dann vorerst mal die News von mir. Sobald ich mich ein bisschen am College eingewöhnt habe, meld ich mich wieder hier an dieser Stelle.

Bis dahin wünsch ich euch einen schönen Restsommer und hoffentlich besseres Wetter als wir hier haben.

20.8.07 05:22

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