Besuch aus Deutschland II.

Gastbericht Eltern:

Wo fange ich nur an? Am besten da, wo ich jetzt bin!

Status quo:

Wir sind gerade mal wieder 12 Stunden zu Hause und ich kann nicht schlafen. Ich glaube, es ist weniger der Jet-Lag als eher das posttraumatische Nachbeben eines erlebten Abenteuers. Also habe ich gerade eben zur Aufarbeitung des ganzen den mittlerweile eingestellten Gastbericht Dominiks gelesen. Hey Dominik, ich glaube, Du weißt, wovon ich rede. Du hast Deine Eindrücke so treffend zusammengefasst, dass ich mir das Schreiben ersparen könnte. Volker und ich können alles genau so bestätigen. Trotzdem muss das jetzt alles raus und zu Papier gebracht werden – so etwas soll in solchen Situationen helfen.

Arrival:

Schon das allerbeste zum Anfang: JONAS holt uns vom O’Hare ab und es ist so schön, ihn nach der langen Zeit wieder zu sehen. Die modernen Kommunikationsmedien lassen heute Entfernungen schrumpfen, aber ihn wieder zu umarmen und ihn zu erleben ist durch nichts zu ersetzen!

Hospitality:

Auch wir waren aufgeregt, aber Jonas war ja bei uns und die herzliche Aufnahme bei den Jeambey’s ließ uns schnell warm werden. Ihre Gastfreundschaft und Unkompliziertheit sucht ihresgleichen und wir sind froh und dankbar, Jonas so gut aufgehoben zu wissen. Wir gehörten von Anfang an wie selbstverständlich mit dazu. Es ist uns eher schwer gefallen, uns entsprechend zu verhalten, z. B. das Frühstück selbst zu machen usw. Ruth war keine Fahrt mit uns zuviel. Sie hat sehr offen über Politik (!), ihre Familie, ihre Gesundheit, ihren Alltag, ihre Zukunftspläne geredet und ihre Lebenseinstellung hat mir sehr imponiert. Sie wohnen in einer der exklusivsten „Familienvorstädte“ Amerikas, aber ihre Ansichten sind nicht abgehoben und elitär. Womit sie sich wahrscheinlich doch sehr von ihrer Umgebung abheben. Sohn Ross kommt z. B. dieses Wochenende nach einem mehrjährigen Peace-Corps-Einsatz auf den Philippinen nach Hause. Die ganze Familie hatte ihn besucht, dort unter einfachsten Bedingungen mitgewohnt, damit Little-Jon und Jackey hautnah erleben, dass Naperville und die Staaten nicht der Nabel der Welt sind.

Originell und nachahmenswert für uns fand ich auch, dass die Kinder alle Teile ihres Heimatlandes kennen lernen sollen. Von den 50 Bundesstaaten fehlen nur noch fünf. Und danach kommen sie zum Gegenbesuch ins alte Europa! Welcome !


Sightseeing Chicago:

Die ersten Tage unternahmen wir mit Ruth einen „Seadog-Ride“ vom Navy-Pier. Schon beim Landeanflug war der Anblick auf die Skyline Chicagos grandios. Die kurze Bootsfahrt auf dem Michigan-See mit Gesamtanblick und dann auf dem Michigan-River hinein in die City war überwältigend. Es kam mir vor, als würden wir durch die Adern ins Herz der Stadt hineinfahren. Wolkenkratzer auf Fotos oder im Fernsehen zu sehen ist eines, sie als Winzling hautnah vor sich zu haben ist gigantisch. Chicago hebt sich von allen andern Großstädten der Welt durch seine einzigartige Architektur ab. Nach dem Großbrand von 1871 haben hier viele Stararchitekten Gebäude geplant, die nicht nur durch die Größe sondern auch ästhetisch beeindrucken.

Shopping stand bei uns natürlich auch auf dem Programm. Das war dann aber eher der lästigere Teil. Die Rieseneinkaufszentren – Irrgärten und um ein Vielfaches größer als unser Saarparkcenter –, unsere Rieseneinkaufslisten und die immer ganz knapp bemessene Zeit ließen das ganze doch eher zu einer nervigen Sache für uns ausarten. Das war dann aber auch der einzige (hausgemachte) Wehrmutstropfen während des ganzen Aufenthalts.

On the road / Goshen:

Gleich freitags nach Jonas Dienstende haben wir uns zusammen mit „Miss Sophie“ auf unsere Rundreise um den Lake Michigan gemacht. Sophie ist übrigens eine echte Rarität, ein alter dunkelgrüner Chrysler, Fifth Avenue, Al-Capone-Stil, mit weichen Polstersesseln. Am liebsten hätten wir sie adoptiert …

Die Partnerstadt Bexbachs haben wir gerade noch in der Dämmerung erlebt. Sie wirkt sehr gemütlich und es war schade, dass wir nicht mehr Zeit dafür hatten. Dennoch hat sich der Umweg über Indiana gelohnt. Die komplette Johnson-Familie erwartete uns bei unserem Blitzabstecher. Das herzliche Willkommen und die Vertrautheit – obwohl wir ja eigentlich nur Oma Janet und Opa Richard persönlich kannten – haben uns sehr berührt. Alle waren sie da: Janet und Richard, Lisa und Craig, Stephanie und Grandma Lucy, Philipp war aus Indianapolis angereist und schließlich lernten wir auch noch Hund Baxter kennen. Es gab viel zu bereden und zu lachen. Richards Erzählungen über seine Deutschlandreise zeigten uns unser Land aus einer witzigen anderen Perspektive. (So wie es uns vielleicht mit Jeambeys beim Essen in Dick’s Last Resort ergangen ist.)

Die Herzlichkeit der Johnson’s wirkt immer noch nach. Es gibt so viele Berührungspunkte und Nähe auch ohne viele Worte. Ein schönes Gefühl. Was Städte-Partnerschaften doch bewirken können. Dafür sind wir – nicht zuletzt auch Gaby Botts - sehr dankbar.

Arround Lake Michigan / 3 states in 3 days:

Um keine Zeit zu verlieren, ging es noch in der Nacht bei Regen, Blitz und Donner weiter Richtung See. Erst um 1.30 a. m. fanden wir ein Hotel – armer Jonas. Super clean – Super friendly – SUPER 8 sollte für die nächsten Nächte unsere Hotelkette sein. Für eine Übernachtung in einem Motel à la „Psycho“ konnte sich Jonas leider nicht begeistern.

Der nächste Tag begann, dem Ausflugsziel angemessen, mit strahlendem Sonnenschein. Die Warren Dunes, eine riesige Dünenlandschaft am Südostufer des Michigansees, luden zum Erkunden ein. Zum Baden im See, der eigentlich ein Meer ist, war uns das Wasser etwas zu kühl. Hier und an allen anderen folgenden Stationen unserer Rundreise hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.

An diesem Tag haben wir (=Jonas) es bis zur Nordspitze des Sees geschafft und einige schöne Orte an der oberen Küstenstraße entlang, wie Petoskey Harbour, entdeckt. Am Abend überquerten wir die imposante Mackinac-Brücke. Mit einer Gesamtlänge von 2.626 m überspannt sie die Verbindung zwischen Lake Michigan und Lake Huron. Unser Superhotel bot einen Superblick auf dieses technische Meisterwerk.

3 lakes in 1 day:

Sonntags ging es zuerst am nördlichen Ufer des Michigansees entlang und dann durch den abenteuerlichen Hiawatha National Forest gen Norden nach Munising am Lake Superior. Dieser Weg und dann zurück auf der H01 gen Süden durch unberührte weite Natur – teils auf nicht asphaltierter Straße – war eine der schönsten Etappen. Uns ist oft meilenweit kein Auto begegnet, die Stille an einsamen Seen war beeindruckend, manchmal stand ein Reh vor uns auf der Fahrbahn und ein Waschbär (oder so was ähnliches) kletterte auf einen Baum. Welche Gegensätze zu den Erfahrungen der ersten Tage.

Auf der Weiterfahrt das Westufer des Sees hinunter durch Wisconsin führte ein Abstecher über Green Bay zum Erholungsgebiet Sturgeon Bay. Noch in der Nacht ging es über Milwaukee hinaus wieder zurück in die Zivilisation. Übernachtung im Ramada in Racine. Die Tagesmeilen eine Meisterleistung von Jonas.

Land der Gegensätze: Zurück ging es über Gurnee-Mills-Outlet und das DuPage College wieder nach Naperville.

Downtown Chicago:

Wie bei Leo und Dominik haben wir am Regentag den Museums-Campus mit dem beeindruckenden Shedd-Aquarium besucht und im Field-Museum SUE, dem größten kompletten Tyrannosaurus-Rex-Skelett der Welt ‚Hello’ gesagt. Ameritech Plaza, Chicago Bean und Buckingham-Foutain lagen im Millennium Park auf dem Weg.

Nervender war eher das Shoppen auf der Magnificent Mile (siehe oben), dennoch wegen des sehr günstigen Wechselkurses und des Angebotes ein Muss. Unser geplanter Besuch im Chicago Board of Trade, dem wichtigsten Getreidemarkt der Welt, endete schon am Empfang: Leider kein Visitorzugang mehr für Leute wie unsereins.

Während die Wolkenkratzer ihrem Namen alle Ehre machten und ihre Gipfel wegen der Wetterlage zum Teil in Nebel gehüllt waren, wechselte das Wetter einen Tag vor Abreise schlagartig zu schwül tropischer Temperatur. So zeigte sich „Big John“ von seiner besten Seite. Ein Besuch auf dem Hancock Tower gewährte bei strahlend blauem Himmel einen überwältigenden Anblick von oben über Stadt und Umgebung. Nach einer Aufzugsfahrt im schnellsten Lift Amerikas (32 km/h) haben wir in der Lounge bei köstlichem Kuchen innehalten und den Augenblick genießen können. Geheimtipp für die Mädels: Die Damentoilette hat die schönste Aussicht der Welt!

Nightlife in Chicago:

Jeder Tag unsere Reise hatte neben vielen Höhepunkten eine Krönung des Tages. Waren es zu Beginn eher die Gastfamilien, so war es in der letzten Woche das Abendprogramm.

Gleich zu Beginn hat sich mein größter Wunsch erfüllt: Wir waren im „Buddy Guy’s Legends“-Bluesclub. Unspektakuläre Gegend, unscheinbares Äußeres, innen klein und heimelig – das Essen, die Musik und die Stimmung super. Hier haben Musikikonen mit Wurzeln im Blues wie Clapton oder Sting gespielt. An diesem Abend bot Mike Coolman Blues vom Feinsten. Und von unserem Reiseführer Jonas perfekt geplant die Überraschung der Abends: Der fünfmalige Grammy-Preisgewinner Buddy Guy persönlich auf der Bühne. Dieser Mensch ist ein Original, Blues schlechthin. Musik mit einer Leichtigkeit vorgetragen, ohne aufgesetzte, ablenkende Performance, voller Humor und augenzwinkernd auf sein Alter anspielend … So soll es sein!

Blue-Man-Group im Briar Street Theatre am nächsten Abend war der abenteuerliche Gegenpol unseres Programms. Viel Spaß gehabt bei dieser kultigen Veranstaltung, die uns schon lange interessiert hat.

Und für den letzten Abend hatte Jonas Karten für ein White-Sox-Baseball-Spiel im Cellular Field organisiert. Die Kansas City Royals hatten ebenso wenig Chancen, das Spiel zu gewinnen, wie ich, die Spielregeln von Baseball zu verstehen. Man muss wohl damit aufgewachsen sein. Auf jeden Fall war die Stimmung unter den anderen 25.191 Besuchern groß und wie Jonas schon vorher erklärt hatte, das ganze Drumherum mindestens genau so wichtig wie das Spiel. Ein Rätsel wird mir allerdings bleiben, warum sich so viele Hunde für Baseball interessieren.

About Burger und Burritos:

Auch hier gibt es beides: Fastfood und excellente Küche. Ruth’s Sandwiches waren köstlich und Jon’s Pfannkuchen oder Avocadocreme (Guakamoli?) hervorragend. Wir haben außerhalb vieles probiert: In Cadillac „Big Boy“, in Kalkaskoo „Dairy Queen“, in Milwaukee „Wendys“, in Chicago „Chipotle“ und „Portillos“. Es fehlten: „Krispy Kreme“ und „Steak&Shake“. Von Burgern und Mexikanern haben wir jetzt genug. Alle Deutschen scheinen mit der Heimat dann doch am ersten unser Essen zu verbinden und zu vermissen. Wir haben schon mal Jonas Bestellungen für seine Rückkehr aufgenommen.

What makes the difference:

Ergänzend zu Jonas „101 Macken der Amis“ ist uns folgendes aufgefallen:

Das soziale ehrenamtliche Engagement wird allgegenwärtig eingefordert und wohl auch in größerem Umfang als bei uns erbracht. Geht wohl auch nicht anders bei fehlender sozialer Absicherung. Wahrscheinlich ist es wie in vielen anderen Dingen: Schauen wir nach Amerika, sehen wir, wo wir in unserer Zukunft stehen werden.

Umgekehrt haben die USA einen Nachholbedarf in Sachen Umweltschutz. Der Verbrauch an Einmalgeschirr ist gigantisch, die Produktion an Eiswürfeln ebenfalls. Wir haben noch nie so viele große, schwere PKW’s gesehen. Es hat sehr lange gedauert, bis wir mal einen kleinen Golf entdeckt haben. Der Benzinpreis ist zwar innerhalb eines Jahres extrem gestiegen und wird zum Umdenken zwingen – aber noch scheint Sparen weder beim Autokauf, noch beim Benzinverbrauch, noch aus umweltpolitischen Gründen ein Thema zu sein.

In Chicago jedenfalls gibt es zum Auto aber auch keine wirkliche Alternative in Form eines gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehrs. Fahrpläne der Züge, Zustand der Bahn, Union Station (siehe Dominiks Bericht) sind katastrophal. Alternativ quält man sich mit dem Auto in die Stadt. Achtspurig mit täglichen Staus … Die finanziellen Belastungen durch den Aufbau eines Nahverkehrsnetzes wären wahrscheinlich das Geringste – das organisatorische Problem eines Aufbaus als Alternative scheint uns größer.

In Sachen des täglichen Umgangs miteinander können wir wiederum lernen: Man ist sehr, sehr höflich. Während mir gerade bei uns negativ auffällt, dass heutzutage kaum noch einer grüßt (Fitness-Studio) oder man im Straßenverkehr sehr unfreundlich miteinander umgeht – haben wir hier erlebt, dass es auch anders geht. Egal ob oberflächlich oder nicht: Höflichkeit ist „Gesellschaftsschmiere“ und macht das Leben angenehmer. Noch nie im Leben habe ich so oft „Sorry“ oder „Excuse me“ oder „How are you doing“ gehört. Schon die Umschreibungen für bestimmte Dinge scheinen den anderen Stil auszudrücken. Jonas hat uns zu Beginn eindringlich gewarnt, nie nach der „toilet“ zu fragen – das ist nämlich hier der „restroom“.

In diesen Tagen werden von Kneipiers bei uns sogar die Bundesrichter in Karlsruhe in Sachen Rauchverbot bemüht. In den USA ist das kein Thema. Raucher treffen sich vor den Lokalen und drinnen ist die Luft rein; keine brennenden Augen, Kopfschmerzen, stinkende Kleider oder Haare. Geht doch! Warum nicht bei uns?

Gleiches gilt für das Tempolimit. Das Fahren war weniger hektisch und aggressiv. Geht doch also auch! Warum nur bei uns nicht?

Summary:

Alles ist größer, weiter, höher, schneller. Die Staaten haben viele Gesichter – wie eigentlich alles in unserer Welt und unserem Leben. Wir waren nur 9 Tage real unterwegs – es sind aber mindestens gefühlte 99!

Zeitweise bin ich mir vorgekommen wie in einem Film oder Traum. Alles war so anders und imposant und die Umstellungsphasen so kurz, dass ich nicht das Gefühl von Wirklichkeit hatte. Es gibt das Beispiel von den Sherpas im Himalaya, die beim Aufstieg auf die Gipfel immer wieder längere Rast machten – nicht aus Müdigkeit, sondern mit dem Argument, warten zu müssen, bis die Seelen nachgekommen sind. So fühlte ich mich oft. Physisch anwesend, aber innerlich nicht ganz da.

Dass der Urlaub so eindrucksvoll war, lag daran, dass wir durch Jonas von zwei außergewöhnlichen Familien aufgenommen wurden. Danke an die Jeambey- und die Johnson-Family. Wir hoffen, wir bekommen irgendwann einmal die Gelegenheit, Euch zu zeigen, wie wir hier leben.

Save the best for last: JONAS

Das Beste von allem war es jedoch, Jonas wieder zu sehen und zu erleben, wie er sich in der Ferne eingerichtet und entwickelt hat. Du hast uns durch das DuPage-College geführt und uns Deinen Arbeitsplatz bei HDI-Gerling gezeigt. Du bist uns in allem vorausgegangen, hast alles perfekt organisiert, warst nie schlecht gelaunt. Du hast alle Verantwortung und das Fahren übernommen und uns so einen total entspannten Urlaub beschert. Mein Amerikabild war geprägt durch viele Filme und die Einflüsse auf unser Leben hier, die ich nicht so gut finde. The-american-Way-of-Life kann ich mittlerweile durch den Besuch sehr viel differenzierter sehen. Wir sind ja lernfähig…

Ich habe gesehen, wie Du dich überall einbringst und dein täglicher timetable ist für mich bedrohlich voll. Die letzten Wochen werden noch hektischer werden. Ich hoffe und wünsche mir sehr für Dich, dass Du danach wieder Ruhephasen für Dich finden wirst, um Deine Mitte nicht zu verlieren.

Ein Bild werde ich ab jetzt immer vor Augen haben: Wir sind anfangs die letzte große Warren-Düne weit hinaufgeklettert. Du bist in der Hitze mit Leichtigkeit voran und warst lange vor uns oben. Das steile Klettern im weichen Sand war extrem beschwerlich. Es wurde leichter für mich, als ich entdeckte, in Deinen Fußspuren zu gehen. Sinnbildlich war das früher umgekehrt. Erst haben wir Dich getragen, dann Du bist in unseren Spuren gelaufen, eine Zeitlang neben uns her und jetzt läufst Du alleine voran. Dann kann nicht allzu viel verkehrt gelaufen sein in unserem Miteinander.

Danke für diese schöne, unvergessliche Zeit miteinander.

Wir freuen uns sehr auf Deine Heimkehr. Bis bald

Mama + Papa

12.6.08 05:08

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