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Besuch aus Deutschland

 Gastbericht von Dominik Dausend:

 Wie schnell die Zeit vergeht.... Nachdem wir mitte Oktober 2007 gebucht haben, ging es am 15ten März endlich los. Zuerst flogen nur Leo und ich zu Jonas. Yasmin sollte am darauffolgenden Donnerstag folgen! Der Flug verlief bis auf meinen ausgefallenes Entertainment System, welches mir dann eine Hochstufung in Economy Plus bescherte recht gut! Einen kleinen Zwischenfall gab es dennoch mit dem Zwischensnack von United, der u.a ein Toblerone enthielt, welches ich, aus welchen Gründen auch immer als Sitzunterlage nutzte. Dies roch nicht nur sehr streng nach Schokolade, sondern sah an meiner Jeans noch viel seltsamer aus, als auf dem verdreckten Sitz. Manchmal hab ich das Gefühl solche Dinge passieren immer nur mir. Die  Zeit verging jedoch sprichwörtlich wie im Flug, da zumindest ich noch nie einen Transatlantikflug mitgemacht habe, war es für mich auch ein Abenteuer!

In Chicago O´Hare angekommen hatten Leo und ich dann wohl auch das Glück recht unkomplizierte Zollbeamte zu erwischen, sodass es hier nicht die befürchteten Probleme gab. Ganz lustig fand ich allerdings schon das im Voraus auszufüllende Einreiseformular und hierbei speziell die auf der Rückseite anzukreuzenden Fragen. Über Sinn und Zweck dieser Sache lässt sich sicherlich streiten! Nach der Gepäckausgabe, bei der unser Koffer natürlich als letzter kam, ging es durch eine große Tür und schon sahen wir Jonas. Ich war erst mal erleichtert, als er direkt im tiefsten Dialekt zu reden begann, was er leider nicht lange durchhielt. Auf dem Weg zur Gastfamilie waren Leo und ich natürlich ein wenig aufgeregt, was uns erwarten würde. Bevor es soweit war gingen wir jedoch zuerst noch unser erstes „amerikanisches“-mexikanisches Fast Food essen, dies war in diesem Fall ein Tortilla in einem Restaurant, dessen Name mir leider entfallen ist. (CHIPOTLE Anm. d. Red.) Es war jedoch sehr gut! Auf dem gesamten Weg vom Flughafen bis zur Familie hat sich meine Vorstellung von Amerika tatsächlich fast gänzlich bestätigt! Viele überdimensional große Autos, Häuser, die fast alle gleich aussehen und aus Holz sind, viele Flaggen und Fast Food Restaurants, Wal Mart und große Hallen als Kirchen! Gut gestärkt kamen wir jedenfalls bei Familie Jeambey in Naperville an. Zum Zeitpunkt unserer Ankunft war nur der Gastvater John und Hund Taylor zuhause!  Der Empfang war super toll, wodurch die Aufregung auch direkt weg war. Ich empfand es schon nach kurzer Zeit so, als ob es ganz normal wäre, das wir da sind und als ob wir einfach dazu gehören würden. Nach einem kurzen Gespräch mit John sind wir dann auch schon los nach Chicago, was mit dem Auto ca. ne dreiviertel Stunde von Naperville, der Stadt in der Jonas und die Jeambeys wohnen weg ist. An diesem Tag war St. Patricks Day, der irische Nationalfeiertag, an dem angeblich jeder Amerikaner ein Ire ist! Daher war  in den Kneipen der Stadt wirklich sehr viel los. Alle Leute liefen in grüner Kleidung durch die Gegend, der ein oder andere auch ganz gut angetrunken. Da in den USA aber wie ich auch während des weiteren Aufenthalts feststellen sollte alle Gesetze auch wirklich eingehalten werden, hatten wir keine Chance in eine Bar zu kommen, da Leo noch nicht das Alter von 21, sondern erst 17 erreicht hat. Das ist etwas, woran man sich in Deutschland sicher ein positives Beispiel nehmen könnte. Hier  meine ich natürlich nicht Alkohol mit 21, sondern wenn mit 16 erlaubt, dann auch bitte wirklich erst ab 16! Da wir nunmal nirgends reinkamen, haben wir wieder den Rückweg nach Naperville angetreten, was wohl auch besser war, weil Leo erkältet und wir beide auch generell von dem langen Flug etwas geschwächt waren! Zuhause angekommen lernten wir dann auch Ruth, unsere super nette Gastmutter und den Sohn John (little John) kennen. Am 2ten Tag gingen wir dann erstmals zum shopping. Wir fuhren in die naheliegende Fox Mall in Aurora und machten dank einer großartigen Idee von Gastbruder John auch noch einen Abstecher zu “Best Buy“, sowas wie der amerikanische Media Markt oder Saturn. In Amerika haben viele Geschäfte auch Sonntags geöffnet, was wieder etwas wäre, wovon wir deutschen lernen könnten.  Nach unserem Mall Besuch entschieden wir uns dann vor allem wegen des guten Wetters nochmals nach Chicago zu fahren und das Observation Deck des Sears Tower zu besichtigen. In Chicago angekommen hatte es sich dort zwar zwischenzeitlich zugezogen, allerdings war ich trotzdem super begeistert vom Ausblick, den man von dort oben hatte. Ich denke jeder sollte so was mal gesehen haben. Der Ausblick auf die Stadt und den riesigen Lake Michigan war einfach toll!

Für Montags war schlechtes Wetter gemeldet und so entschieden Leo und ich uns dazu, einen Museen-Tag einzulegen! Hier besuchten wir das Shed Aquarium in Chicago. Dies ist wie man liest das größte der USA. Es war auch wirklich sehr beeindruckend.  Vor allem das Korallenriff und das Hai-Becken, bei dem die Haie direkt vor einem vorbeischwimmen war echt aufregend. Außerdem haben wir eine Delphin-Show besucht, wo wir allerding eindeutig merkten, was es heißt an einem Wochentag Vormittags ein Museum zu besuchen. Wir waren von hunderten 6-10-jährigen Kindern umringt, die alle bei jeder Bewegung der Delphine im Becken direkt synchron in totale Hysterie ausbrachen. Aber auch das war ganz interessant. Bei dieser Vorstellung lies Opa Leo sich erstmals sein voranschreitendes Alter anmerken, was sich in steigender Trägheit und Lustlosigkeit äußerte! Nach dem Besuch im Shed Aquarium sollte es weitergehen ins nächste Museum, das Field Museum. Das Field Museum ist echt riesig und man sollte sich mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen, damit man alles sehen kann. Wir haben das leider nicht gemacht! Von den vielen Eindrücken gefesselt liefen wir von Raum zu Raum, wobei sich Leo hier wiederum hauptsächlich von den Sitzmöglichkeiten begeistert zeigte! Ich denke wir haben es höchstens geschafft die Hälfte aller Sachen zu sehen. Es war aber trotzdem sehr interessant. Nun sollte es wieder in Richtung Downtown gehen, wo wir uns mit Jonas zur Rückfahrt trafen!

Am Dienstag machten Leo und ich uns dann auf in die Stadt. Diesmal zum Sightseeing. Wir fuhren morgens mit Jonas mit dem Zug, wo ich mich erst mal über den doch sehr schlechten Zustand der Schienen und später noch viel mehr über den fast schon bedenklichen Zustand des Bahnhofs, der Union Station wunderte! Das ganze scheint fast schon baufällig. Aber schnell ging es weiter in die Innenstadt. Anfangs liefen wir recht planlos umher, was sich aber später besserte. In Chicago, wie wohl generell in den USa muss man sich einfach nur an den Himmelsrichtungen orientieren und mit ein bisschen Glück findet man alles. Gestartet haben wir dann bei einem Frühstück. Da wir an diesem Tag das erste mal mehr oder weniger alleine unterwegs waren, entschieden wir uns nach langem hin und her traditionell für MC Donalds. Wohl weil uns das am unkompliziertesten erschien. Wir sollten schnell feststellen das diese Hoffnung sich nicht erfüllen sollte. Keiner von uns beiden verstand bei Nachfragen der netten Amerikanerin mexikanischer Herkunft auch nur ein Wort. Sie hatte glaub ich auch nichtg wirklich Interesse daran, etwas langsamer zu reden. Irgendwie hat es dann aber doch geklappt und wir hatten unseren Egg MC Muffin, der so garnicht wie der schmeckte, den man aus  Deutschland kennt. Mein Kaffee war ohne alles, obwohl ich ihn mit Zucker wollte, aber Hauptsache ich hatte überhaupt einen.

Außerdem sind wir an diesem Tag neben dem Besuch einiger Kaufhäuser einfach nur herumgelaufen und haben alles ein bisschen auf uns wirken lassen. Die Häuserschluchten, das Heulen der Sirenen, der Chicago River. Wie man es sich eben in einer solchen Stadt vorstellt!

Mittwoch war für Leo und mich dann shopping angesagt. Dies war auch speziell aufgrund des eher mäßigen Wetters an diesem Tag eine ganz gute Idee. Hierzu haben wir das Auto von Jonas bekommen. Wir besuchten insgesamt 2 Malls. In den USA kann man einfach nur richtig toll einkaufen. Jedoch hatten Leo und ich dann doch das ein oder andere Problem beim navigieren, sodass wir ein paar Dollar mehr an den Gebührenautomaten zechen konnten! Bei den Summen, die wir an diesem Tag in den Läden gelassen haben, hat uns das aber nicht wirklich weh getan!

Problemlos funktionierte das Navigieren jedoch nur einen Tag später, als wir Yasmin am Flughafen in Chicago abholen mussten. Da waren wir schon ein bisschen stolz auf uns selbst.

Noch am Tag unseres großen Trips zum Flughafen starteten wir zum nächsten Abenteuer. Gegen 20 Uhr brachen wir auf in Richtung der Niagara-Fälle. Wir traten unsere Reise mit insgesamt 6 Personen im Fahrzeug der Jeambeys an. Unterstützung auf unserer Abenteuer-Tour fanden wir in Maren und ihrer Schwester. Maren nimmt wie Jonas am PPP-Programm teil und arbeitet ebenfalls wie Jonas bei der HDI in Chicago. Wir waren insgesamt fast 14 Stunden nonstop unterwegs, ehe wir die Niagara-Fälle erreichten und noch auf der amerikanischen Seite ein typisch amerikanisches Frühstück zu uns nahmen. Danach machten wir uns gespannt, was uns erwarten würde die letzten Meter zu den Fällen auf. Ich kann einfach nur sagen, das ich absolut begeistert war. Beschreiben kann man sowas glaube ich nicht. Man muss es einfach gesehen habe. Allerdings empfehle ich jedem, sich wenn er zu den Fällen fährt speziell die Kanadische Seite anzusehn. Diese sind noch viel beeindruckender als die amerikanischen. Glück hatten wir  wie den ganzen Urlaub über speziell mit dem Wetter. Während wir nämlich an den Niagara-Fällen waren herrschte zuhause in Chicago Väterchen Frost und bescherte der Stadt einen Schneesturm. Bei uns schien die Sonne jedoch vom blauen Himmel! Wir haben das schlechte Wetter sozusagen hinter uns gelassen!

Nach dem Besuch der Fälle ging es dann weiter Richtung Toronto. Bis nach Toronto waren es noch etwa 2 Stunden und es lohnte sich auf jeden Fall! Dort angekommen war ich allerdings zuerst überrascht, wie ruhig die Stadt ist. Stellenweise herrscht in Homburg glaube ich mehr Verkehr als in dieser Millionenstadt. Bevor wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft machten, starteten wir eine kleine Erkundungstour durch die Stadt.  Später, auf der Suche nach unserer Übernachtungsmöglichkeit wurden wir schnell fündig. Ein kleines, aber feines Motel Namens “Deluxe Inn“ schien uns in jeder Hinsicht nahezu optimal! Bei einigen Personen genießt das Deluxe Inn mittlerweile sogar Kultstatus! Noch am selben Abend besuchten wir ein Lacrosse-Spiel der Toronto Rock!  Die Sportart selbst war zwar sehr interessant, ich selbst hab davon allerdings vorher noch nie etwas gehört. Auch die Show um den Sport war beeindruckend, wäre für mich auf dem heimischen Betzenberg aber unvorstellbar! Dort hats aber gepasst!

Am nächsten Tag besuchten nach einer erholsamen Nacht im Deluxe Inn früh morgens noch das mit 553,34 Metern höchste Gebäude der nördlichen Hemisphäre, den CN-Tower! Hier waren vor allem die Glasböden und die gläßernen Aufzüge sowie logischerweise auch die tollte Aussicht beeindruckend!

Jonas jedoch zeigte sich von den örtlichen Toiletten auf der Aussichtsplattform eher begeistert! So sehr, das es sich jeder ansehen musste. Nach dem Besuch der Toiletten machten wir uns dann mit den weniger interessanten High-Speed Aufzügen auch schon auf den Weg nach unten und danach auf den Rückweg. Hier bewies Jonas Durchhaltevermögen und fuhr tatsächlich die gesamte Strecke zurück! Der 3-Tages Ausflug war im Nachhinein zwar sehr anstrengend, aber sicherlich ebenso unvergesslich!

Wegen der anstrengenden Vortage ließen wir den Ostersonntag etwas gemütlicher angehen. Jonas und ich wollten jedoch unbeding den Ostergottesdienst in der riesigen, aber proppenvollen/ausverkauften (Halle) Kirche. E-Gitarre, Gospel, Show und Witze während der Predigt. Alles Klischees erfüllt. Trotzdem ein Erlebnis! Das ein oder andere würde vielleicht auch den heimischen Gottesdienst etwas aufpeppen! Wieder zuhause angekommen bekamen wir von unserer Gastmutter Ruth unsere Ostergeschenke und es wurden Ostereier gefärbt. Mittags haben wir dann mit der Gastfamilie gegessen! Eben wie zuhause!  Abends ging es dann bei während der Fahrt heißen Auffahrunfall-Diskussionen auf zum bowlen. Die USA wurde durch Ruth und Jackey vertreten. Vor allem Yasmin sollte sich als wahres Naturtalent herausstellen. Leo und ich lieferten uns heiße Duelle, wobei der jüngere meistens das Nachsehen hatte! Jonas und Ruth lagen meistens unangefochten in Führung.

 Montags stand, bevor es für mich nach New York gehen sollte nochmal ein ausgiebiger shopping-Tag an! Auf dem Weg in die entsprechende Mall machten wir noch im Steak&Shake zum Mittagessen halt. Dies hört sich genauso abenteuerlich an, wie es ist. Zum Burger gibt es nämlich riesige Milchshakes. Das Essen und die Shakes waren zwar super, jedoch war mir danach doch schon ziemlich schlecht! Später in der Mall gab man dann wie üblich reichlich Dollars für Kleidung aus. Nach exzessivem shopping ging es direkt zum Flughafen, wo ich für 3 Tage Richtung New York abhob. Hierzu sei nur kurz angemerkt. Die Stadt ist der Wahnsinn, allerdings im Vergleich zu Chicago weniger amerikanisch und rrrrrichtig stressig! Man sollte es aber in jedem Fall mal gesehen haben!

Am Freitag, nach einem etwas turbulenterem Flug wieder gut in Chicago gelandet ging es für mich und Yasmin (Leo hat leider trotz mehrfachen Weckversuchen verschlafen) in die Stadt! Hier zeigte sich Chicago wettertechnisch von seiner besten Seite! Unter anderem fuhren wir mit dem Chicagoer Wassertaxi den Chicago River hinunter, besuchten den Hacock Tower und einige Kaufhäuser! Der Tag war jedoch wie der gesamte Urlaub viel zu schnell vorüber! Am Abend luden Yasmin und ich dann noch unsere Gastfamilie zum Abendessen beim Mexikaner ein! Das Essen war super und wir hatten so die Möglichkeit alle nochmal gemütlich zusammenzusitzen .Jedoch ist es in Amerika eher unüblich, nach dem Essen noch sitzen zu bleiben, was ich etwas schade finde!  

Am letzten Tag, Samstags reiste die Familie Jeambeys dann ab zu ihrem Urlaub. Nach der Verabschiedung, die mir schon etwas schwer fiel, nutzten wir diesen Tag dann zum erledigen letzter Einkäufe bei Wal Mart und Co. Außerdem besuchten wir noch Wendys und natürlich meinen absoluten Favoriten Krispy Kreme! Danach fuhr Jonas uns zum Flughafen, wo wir wieder den Heimweg über den großen Teich Richtung Good old Germany antraten!

Jetzt mit schon etwas Abstand bin ich mir sicher, das ich die Staaten wieder besuchen werde. In welcher Form auch immer! Die ein oder andere Website einer Austauschorganisation hab ich mir schon angesehn! Allerdings bin ich mir mit Jonas in der Hinsicht einig, das ich in diesem Land nicht dauerhaft leben möchte. Dafür fehlt mir einfach „Kultur“, oder wie es Maren ausdrücken würde das „Alte“, was wir hier in Deutschland haben.

Unvergesslich bleiben werden für mich neben allen Sehenswürdigkeiten die Gastfreundlichkeit der Jeambeys, abendliche Gespräche (und Gesänge) mit John und Jonas beim Bier, impulsive shopping mit little John,  die Fast Food-Ketten Krispy Kreme alias Krusty Krunch sowie Wendys und natürlich auch White Castle J. Danken möchte ich auf diesem Weg natürlich Jonas, der das alles möglich gemacht hat. Entschuldigen möchte ich  mich bei ihm wegen der leicht verspäteten Auslieferung meines Berichtes. Er wird sich sicherlich denken: Gott sei Dank, der Dominik ist immer noch der Alte! Ich war froh, festzustellen, das er ebenfalls noch der Alte ist! De Quertreiwer ewe! Ich freu mich, wenn du bald wieder da bist, Jonny!

Have a nice time