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Ankunft

Hallo an Alle, Ich fasse mich gaaaanz kurz. Bin gut in New York gelandet. Meld mich die Tage, wenn ich einen festen Internetzugang habe. Viele liebe Gruesse euer Jonas



New York, New York!

Hallo ihr Lieben,

endlich! Ich habe es geschafft und New York hinter mir gelassen und habe jetzt das erste Mal Gelegenheit ein klein bisschen zu mir zu kommen und auszuruhen.

New York ist es eine Mega City. Man kann sich einfach nicht vorstellen wie groß diese Stadt ist, wenn man selbst noch nicht dort war. Man kommst sich echt winzig vor, zwischen den vielen Wolkenkratzern.

Die ersten Tage dort waren wirklich sehr anstrengend. Wir mussten morgens immer sehr früh aufstehen und hatten am Dienstag und Mittwoch Seminar. Da wurden uns Tips zu Autokauf, Jobsuche und Collegekursen gegeben. Abends ging es dann immer auf Erkundungstour. Allerdings sieht man immer nur einzelne Orte. Man könnte wahrscheinlich Jahre dort verbringen ohne annähernd die Hälfte der Stadt gesehen zu haben.

 Am Donnerstag ging es dann von der "Penn Station" in New York mit dem Amtrak nach Philadelphia. Das war dann der Supergau in Sachen Stress. Da stehen ca. 500 Leute vor einer riesigen Anzeigetafel un starren diese an, bis ca. 5 min. vor Abfahrt des Zuges, endlich das Gleis bekannt gegeben wird. Und dann viel Spaß mit zwei riesigen Koffern und einer Tasche umhängen. Das pure Chaos. Naja, aber letztendlich habe ich auch diese Situation gemeistert und lass es jetzt in Philadelphia ein klein wenig ruhiger angehen.

Hier in Philly bin ich mit Katja Mayer bei Arrus Farmer untergebracht. Er studiert hier in Philly und war mit dem PPP ein Jahr in Berlin gewesen. Er lebt mit einem weiteren Studenten in einer Wohnung außerhalb von Philadelphia. Hier bleibe ich jetzt bis Montag. Dann geht es mit Katja auf einen 21 Stunden Trip mit dem Amtrack nach Chicago.

Bis dahin wünsche ich euch allen Mal noch eine schön Zeit in der Heimat und hoffe, dass ihr mich nicht schon vergessen habt. 

Streets of Philadelphia

Grüße aus der gefährlichsten Stadt der USA. Seit Donnerstag Mittag bin ich mit Katja in Philadelphia. Das erste über das uns Arrus (unser Host) aufgeklärt hat, ist dass Philly die gefährlichste Stadt der USA ist und hier dieses Jahr schon über 250 Leute ermordet wurden. Keine schöne Quote. Nichtsdestotrotz ist Philadelphia wahrscheinlich auch eine der schönsten und historischsten Städt der Vereinigten Staaten.

Doch jetzt schnell zu meinem Tagesablauf:

Am Donnerstag habe ich mich mit Katja alleine auf Erkundungstour gemacht. Nachdem uns Arrus gesagt hatte, wo wir besser nicht lang gehen sollten, haben wir die typischen Touristen Attraktion wie die „Liberty Bell“ abgehakt und uns nach einem kurzen Lunch und einer Pause am Delawere River auf den Rückweg gemacht. Abends waren wir mit Arrus in seiner Stammbar und haben nach 3 amerikanischen Bier Philly bei Nacht erkundet. Diese Erkundungstour haben wir dann am Samstag bei Tageslicht fortgesetzt. Wohlgemerkt, alles zu Fuß. So richtig unamerikanisch. Sehr amerikanisch ging es dafür am Sonntag mit einem riesen , sprittfressenden Geländewagen auf eine zweistündige Fahrt an den Beach von New Jersey.

Zurück vom Strand ist unsere Gruppe mittlerweile auf 7 Personen angewachsen. Arrus, zwei Freunde seiner Freunde, sein Mitbewohner und dessen Freundin und schließlich wir zwei Deutschen. Heute geht es dann auf den 21 Stunden Horrortrip mit dem Amtrak (Bahn) nach Chicago geht. Von dort werde ich mich dann wohl das nächste Mal melden.

Hoffe ihr habt auch so schönes Wetter wie wir hier.

Letzte Grüße von der Eastcoast

Euer Jonas

Ankunft in Naperville

Hallo aus dem Westen von Chicago. Nach meiner gut 20 stündigen Zugfahrt von Philadelphia nach Chicago, bin ich am Dienstag endlich bei meiner Gastfamilie in Naperville angekommen.

Ich bin jetzt auch ganz froh endlich meine Koffer ausgepackt zu haben und mein eigenes Zimmer zu haben. Nur aus dem Koffer zu leben macht dann auf Dauer doch keinen Spaß. Nachdem ich also am Dienstag hier angekommen bin, habe ich mich am Mittwoch mit meiner Hostmum Ruth auf den Weg gemacht meine „Social-Security-Card“ zu beantragen. Ohne die geht hier in den USA nämlich so gut wie gar nichts. Die brauche ich um ein Bankkonto zu eröffnen, um den US-Führerschein zu beantragen, um die Autoversicherung abzuschließen, sie dient als Arbeitserlaubnis und zur Registrierung am College. Apropos Registrierung am College. Das war dann nämlich auch meine Beschäftigung am Donnerstag. Da waren Katja und ich den ganzen Tag am College und haben unsere College Coordinatorin Zinta kennen gelernt. Sie hat uns dann einiges über das Leben am College erzählt und uns ihren netten Kolleginnen vorgestellt. Sogar zum Essen sind wir eingeladen worden. Scheinbar habe wir wirklich ein bisschen einen Sonderstatus als PPP’ler. Nichtsdestotrotz mussten wir dann auch unsere Collegekurse auswählen. Was auch gar nicht so einfach war. An dem College gibt es ca. 500 verschiedene Kurse. Darunter dann den Richtigen auszuwählen, der auch noch in deinen Zeitplan passt ist gar nicht so einfach. Dennoch hab ich es irgendwie hinbekommen und bin mit meiner Kursauswahl bis jetzt auch mal recht zufrieden.

Vier verschiedene Kurse konnte ich belegen. Entschieden habe ich mich dann für:

- Consumer Marketing

- Entrepreneurship

- American Politics

- Organizational Behavior

Jetzt brauche ich nur noch das OK von CDS in New York, dass die Kurse zu meiner Berufsausbildung passen und dann geht’s am Mittwoch los und ich bin offiziell Student.

Seit Donnerstag bin ich nicht mehr der einzige Deutsche in meiner Family. Robert macht auf seiner Homestaytour einen Zwischenstop in Naperville.

Zusammen mit ihm, Ruth und meiner Gastschwester Jackie ging es am Freitag Mittag nach Wisconsin. Dort wollten wir am Samstag in Wisconsin Dells Amerikas größten Water-Adventure-Park erobern. Leider fiel dieser Wasserspaß aber ins Wasser. Ein Temperatursturz von über 10 Grad und anhaltender Regen, machten das Badevergnügen unmöglich.

Nachdem wir dann eine Wasserski-Show nach der Hälfte der Aufführung aufgrund der anhaltenden Kälte verlassen mussten, haben wir uns auf den 4 stündigen Heimweg gemacht. Diesen durfte ich dann, als Fahrer des Familieneigenen Vans auch ganz alleine bewerkstelligen. Wer hier in den USA schon mal Auto gefahren ist, der weiß, dass dies keine Besondere Herausforderung war. Automatik, Tempomat und der kilometerlang geradeaus führende Highway machen die aufkommende Müdigkeit zur größten Herausforderung.

Am Sonntag sind wir dann mit der ganzen Familie in den Gottesdienst gefahren. Dort wurde der Pfarrer verabschiedet, mit dem meine Family seit 17 Jahren eng befreundet ist. Seine Abschiedspredigt hat mich sehr an meine Situation erinnert. Er hat alle die schönen Momente beschrieben, die er in der Gemeinde erleben durfte. Dabei wurde auch herzlich gelacht. Sehr ungewohnt in der Kirche. Er sagte, dass es ihm sehr schwer fällt alle seine Freunde zurück zulassen. Er meinte es würde ihm sehr schwer fallen von hier wegzugehen. Allerdings freue er sich auch sehr auf die Herausforderung in seiner neuen Gemeinde. Das Ganze hat mich dann wirklich sehr an mich und mein Jahr hier erinnert.

Seit heute Abend habe ich nun auch endlich mein Auto. Letzte Woche hatte es noch der Bruder meiner Gastmutter für diverse Reparaturen gehabt. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Von Außen sieht der Chrysler noch recht kompakt aus. Wenn man dann aber mal drin sitzt, meint man, man sitzt in einem 10 meter langen Wohnmobil. Alles elektrisch und der Fahrersitz lässt sich per Knopfdruck in alle denkbaren Richtungen bewegen. Absolut geiles Auto. Hoffentlich hält es das Jahr mit mir aus.

Bevor Robert am Dienstag nach Lincoln, Nebraska weitereist, werden wir morgen wohl noch nach Chicago Downtown fahren und die Stadt erkunden. Allerdings nur, wenn das Wetter hält. Leider hat es für morgen Gewitter gemeldet.

So, das waren dann vorerst mal die News von mir. Sobald ich mich ein bisschen am College eingewöhnt habe, meld ich mich wieder hier an dieser Stelle.

Bis dahin wünsch ich euch einen schönen Restsommer und hoffentlich besseres Wetter als wir hier haben.

Back to School!

Da bin ich wieder. Zurück in der Schule. Nach ein paar Monaten Pause ist es jetzt also wieder soweit. Ich drücke mal wieder die Schulbank. Das mache ich ja so gerne. Am Mittwoch hatte ich meine ersten Kurse am College. Mittwoch ist gleichzeitig mein Horrortag. Da habe ich nämlich alle Kruse außer Marketing. Ich fange um 12:00 Uhr Mittags an und der letzte Kurs endet um 21:20 Uhr. Dazwischen habe ich zwar immer lange Pausen aber ich bin trotzdem den ganzen Tag am Campus. Dafür habe ich aber Freitags frei, was auch nicht grade schlecht ist. Allerdings war der Mittwoch nicht nur stundenplanmäßig gut gefüllt sondern auch die Parkplätze am College. Als ich mich auf die Suche nach einem solchen gemacht habe, wusste ich warum ich eine Stunde vor meinem ersten Kurs angereist bin. 35.000 Studenten in einem Land, in dem öffentliche Verkehrsmittel nur mühsam zu finden und Fahrgemeinschaften scheinbar schlichtweg ein Fremdwort sind, kommen nun mal alle mit dem eigenen Auto, welches irgendwo geparkt werden muss. Naja, nach 20 Minuten Parkplatzsuche und weiteren 20 Minuten Fußmarsch zum Klassensaal, hatte ich es dann doch pünktlich zu meiner ersten Schulstunde im „Amiland“ geschafft.
Auch wenn ich ja bekanntlich eher ein Lernmuffel bin, ist es schon ein schönes Gefühl wieder Schüler zu sein. Da kann man(n) noch etwas länger „Kind“ sein und Anzug und Krawatte bleiben vorerst mal im Schrank. Unschöner Nebeneffekt des Schülerdaseins sind allerdings die horrenden Kosten für Schulbücher. Über $300,- habe ich in meine 4 GEBRAUCHTEN Textbooks investieren müssen.

Am Freitag morgen bin ich mit Ruth nach Chicago Downtown gefahren. Ein Besuch beim dt. Konsulat stand auf dem Programm. Da ich keine Lust und Geld hatte um den amerikanischen Führerschein durch einen schriftlichen und praktischen Test zu erwerben, habe ich mir vom dt. Konsulat eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass meine EU-Führerschein auch den Anforderungen der Illinois Drivers License entspricht. Lästiger Bürokratiekram, aber es muss halt sein. Denn weder mein EU- noch mein Internationaler Führerschein haben den Beamten von der amerikanischen Führerscheinstelle ausgereicht um meine Fahrtauglichkeit zu belegen. Aber jetzt bin ich endlich stolzer Besitzer einer „Illinois Drivers License“, die hier übrigens nicht nur als Fahrerlaubnis sondern viel mehr auch als Personalausweis gilt und somit eine wichtige Erleichterung im Alltagsleben hier ist. Denn jedes Mal der freundlichen Verkäuferin, dann ihrer Kollegin und dann dem Filialmanager im Wal Mart seinen Reisepass zu erklären, wenn man einen SIX-Pack Bier erwerben möchte, geht auf Dauer echt auf die Nerven.

Zum Schluss noch ein Wort zum Wetter. Wettertechnisch erlebe ich grade den Sommer mit den meisten Niederschlägen in Illinois seit es hier Wetteraufzeichnungen gibt. Acht Stunden lang Blitz und Donner, habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Am Donnerstag ist nur wenige Ortschaften von Naperville entfernt, ein Tornado durchgefegt und hat einigen Häusern, Autos und leider auch Menschen das Leben gekostet. Wenn man bedenkt, dass man selbst nur in einem „Holzhaus“ sitzt, kann einem da schon unwohl werden. Gott sei dank waren bei uns hier nur die Ausläufer dieses Tornados zu verspüren. Trotzdem fühlt man sich wie im Krieg, wenn die Sirene heult und man im Keller Schutz suchen muss.

Am Wochenende steht Fußball satt auf dem Programm. Mittags Training mit Jackie’s „Funky Junky elastic Monkeys“ und abends dann darf auch ich endlich noch mal Stadionluft schnuppern. Dann geht’s nämlich zum Heimspiel von Chicago Fire gegen die Kansas City Wizzards.