Gegenbesuch

Nach diesem sehr anstrengenden Wochenende stand dann der Gegenbesuch von Marco aus Atlanta bei mir in Naperville auf dem Programm.

Samstags morgens hatte ich allerdings erst einmal Premiere als Co-Trainer an der Seitenlinie beim Spiel der „FCEM“ in Wheatland. Das Spiel wurde ohne einen einzigen Torschuss zu kassieren, souverän mit 4:0 gewonnen.

Danach hieß es für mich, Andi aus Wisconsin zu empfangen und zusammen mit ihm, dann Marco am Midway Airport abholen. Zu dritt ging es dann direkt weiter in die City von Chicago. Nach Millennium Park, Sears Tower und Navy Pier haben wir uns mit meiner Gastmutter Ruth getroffen um gemeinsam zu lunchen. In „Dick’s Last Resort“ haben wir dann beigebracht bekommen wie man sich in den Restaurants und Bars in Chicago zu verhalten hat. „Bitte“ und „Danke“ sind dort nämlich Fremdwörter. Servietten fliegen schon mal auf den Nachbartisch, ein Bäuerchen nach dem Essen ist erwünschenswert und freundliche Bedienungen Fehlanzeige. Nichtsdestotrotz kann man das Restaurant mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Vor allem meinem leiben Bruderherz hätte es wohl kaum Probleme bereitet die dort herrschende Hausordnung und die erwünschten Tischmanieren einzuhalten.

Abends war für Andi, Marco, Katja und mich Naperville angesagt. Zum ersten Mal ging ich also in Naperville einen Trinken. Was sich hinsichtlich der Tatsache, das Andi noch keine 21 Jahre alt ist, allerdings als etwas kompliziert herausstellen sollte. Nachdem wir dann auf Grund dieser Tatsache aus der ersten Bar verbannt wurden, haben wir nach kurzer Suche dennoch eine Mexikanische Bar gefunden, welche die hiesigen Gesetze nicht ganz so streng auslegt.
Letztendlich wurde der Abend dann zur in den USA üblichen Sperrstunde schon frühzeitig um 2:00 Uhr beendet.

Sonntags war dann wieder der Fußball dran. Und diesmal in einem richtig großen Stadion und diesmal richtig guter Fußball. Das Nationalteam von den USA und Brasilien standen sich in einem sehr munteren Freundschaftsspiel gegenüber, welches die Jungs vom Zuckerhut mit 4:2 für sich entscheiden konnten. Stimmungstechnisch war das Ganze zwar eher Mau, dafür wurde einem Fußball geboten, den der Betze in diesem Jahrtausend noch nicht gesehen hat.

Das war dann auch schon wieder von diesem ereignisreiche Wochenende.

Werbung


Roadtrip to the Eastcoast

Nachdem mein Donnerstag so erfolgreich verlaufen war und für den kommenden Montag eine Feiertag angesagt war, entschloss ich mich kurzfristig Marco in Atlanta, Georgia zu besuchen.

Damit ich nicht ganz alleine bin, war Robin so nett und hat sich meinem Vorhaben angeschlossen. Donnerstags abends um elf Uhr ging es dann von Skokie im Norden von Chicago auf in Richtung Süden. Was uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz bewusst war, dass dieser Roadtrip kilometermäßig mit der Stecke Hamburg – Mailand vergleichbar war. Nichtsdestotrotz kamen wir nach ca. 1300 Kilometern und rund 17 Stunden Fahrt durch 6 verschiedene Bundesstaaten am Freitag Mittag um 4 Uhr bei Marco in Atlanta an.

Auch wenn das die stressigste Autofahrt in meinem noch jungen Autofahrerleben war muss bin ich echt froh, das ich diese Strapazen auf mich genommen habe. Denn die Landschaft in Kentucky, Tennesee, Alabama und Georgia entlohnt das alles.

Allerdings war die Ankunft in Atlanta keineswegs das Ende unseres Roadtrips, denn der endete wie die Überschrift schon sagt erst an der Ostküste der USA. In Atlanta hieß es dann umpacken und mit Marcos’ Auto weiter in das um weitere 400 Kilometer entfernte Savannah.

Am Freitag Abend um 23 Uhr, nach fast 24 Stunden Autofahrt waren wir dann endlich am Ziel unserer Reise angelangt. Und nach einer kurzen Dusche im kurz zuvor gemieteten Hotelzimmer machten wir drei uns dann auf den Weg das Nachtleben von Savannah zu erkunden.

Am nächsten Morgen war dann früh aufstehen angesagt, da wir um 11 Uhr aus unserem Hotel auschecken mussten. Robin, Marco und ich fuhren dann weitere 15 Kilometer nach Tybee Island, einer Halbinsel an der Küste von Georgia die eigentlich nur durch eine schmale Straße mit dem Festland verbunden ist. Mittags ging es dann für uns drei an den Strand von Tybee. Bei starker Bewölkung und ab und zu leichtem Regen hielt sich die Sonnenbrandgefahr in Grenzen und es war trotzdem fast 30 Grad warm an diesem Tag.

Abends hieß es dann wieder Nachtleben erkunden. Was im Angesicht der auf Tybee Island wesentlich liberaleren Gesetzgebung auch deutlich mehr Spaß gemacht hat als den Abend zuvor in Savannah. Auch Leute kennen lernen ist auf Tybee deutlich einfacher als sonst wo in den USA. Beim Pizzaessen haben wir den Inselbewohner Ben kennen gelernt, der uns kurzerhand in die günstigste Kneipe der Stadt gebracht und dann auch noch in die Kunst des Austeressens eingeführt hat.
Nach einer für amerikanische Verhältnisse sehr langen Nacht endete diese um vier Uhr morgens in unseren Hotelbetten.

Da für Sonntag Abend die Rückreise nach Chicago auf dem Programm stand ging es dann auch zeitig auf den Weg nach Atlanta. Dort wollte ich dann wie Freitags mit einer örtlichen Werkstatt vereinbart mein Auto wieder abholen, da ich am Freitag Probleme mit den Bremsen hatte. An der besagten Werkstatt angekommen war von meinem Auto allerdings weit und breit keine Spur und da Sonntags und auch am drauf folgenden Feiertag am Montag dort niemand zu erreichen war, mussten Robin und ich unser Wochenende zwangsläufig verlängern.

So richtig geschockt wurden wir dann allerdings erst am Dienstag morgen, als wir erfuhren, dass an meinem Auto noch nichts repariert war und die benötigte Reparatur über 1.000 Dollar hätte kosten sollen. Gott sei dank hatte Marco über seine Gastmutter Connections zu einem fairen Automechaniker, der uns dann meine Auto bis Dienstag Abend für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises reparieren konnte.

Um die lange Heimreise ganz kurz zu fassen: nach 14 Stunden Heimfahrt nach Chicago, Ankunft in Naperville um 7:00 Uhr morgens war dann Mittags um 12 Uhr auch schon wieder College angesagt.

Alles in Allem ein schöner, anstrengender und unvergesslicher Trip!

Got a job!

Nach meinem Sport-Wochenende stand dann Donnerstags mein erstes und auch letztes Vorstellungsgespräch auf dem Programm. Bereits von Deutschland aus hatte ich mich bei der „HDI-Gerling America Insurance Company“ um eine Praktikumsstelle ab Januar 2008 beworben.

Noch bevor ich hier in Naperville richtig ankommen und mich einleben konnte hatte ich dann auch schon eine Email von einer Mitarbeiterin des Versicherungskonzerns erhalten. Nach kurzem Emailkontakt war dann am Donnertsag den 30.08.07 um vier Uhr mittags mein Jobinterview angesagt. Also machte mich an diesem besagten Donnerstag auf den Weg nach Chicago. Denn die Büros des HDI-Gerling Konzerns befinden sich nämlich mitten im Herzen von Downtown Chicago.

Seit ziemlich genau einem Monat dann noch mal in Anzug und Krawatte in den Aufzug, Knopf 29 gedrückt und in die Höhe geschossen. Im 29. Stock des 150 North Wacker Drive Building angekommen war ich erst mal sprachlos von der genialen Aussicht die man aus allen Büros von dort oben genießen kann. Die liebe Sparkasse in meiner Heimat in allen Ehren, aber in punkto Aussicht kann sie leider nicht mithalten.

Nach einem sehr netten Gespräch mit meinem zukünftigen Chef hatte ich die dann Zusage ab Januar eine Job zu haben.  Nach einem kurzen Rundgang durch alle Büros konnte ich mich um fünf Uhr wieder auf den Heimweg machen.

Gutes Gefühl!

Sports?!

Bevor ich euch noch länger warten lasse gibt’s jetzt noch mal ein paar News von mir. Konnte mich leider nicht früher melden, da ich die letzten drei Wochen sehr beschäftigt war. Wie bereits erwähnt war am Samstag vor drei Wochen Sport pur angesagt.

Mittags um ein Uhr hatte Coach Steve und Coach Frank die „Funky Chunky Elastic Monkeys“ zum Soccer Training eingeladen. Das Team besteht aus Mädchen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Sehr interessant ist, dass das Trainergespann mit mir durch eine weitere Nation ergänzt wurde. Steve ist Engländer, Frank stammt aus Südamerika und meine Wenigkeit bekanntlich aus Deutschland. Interessant ist auch, dass ich meinen Jungs im Fußballtraining in Deutschland immer gepredigt habe, dass sie auf dem Spielfeld miteinander kommunizieren müssen. Diese Fähigkeit haben die Mädels von Soccer Team hier bereits perfektioniert und ich bin mir manchmal nicht sicher ob sie vom Rennen oder vom Quasseln außer Puste sind.

Nachdem das Fußballtraining mittags beendet war ging es dann auch gleich zum Football, welches interessanterweise größtenteils mit der Hand gespielt wird. Nun gut, andere Länder andere Sitten. In dem Footballspiel stand sich das Highschool Team von meinem Gastbruder Jon und dem Team aus Naperville North gegenüber. Die 2000 Zuschauer verfolgten ein Spiel bei dem, glaube ich und auch viele Amerikaner nach 10 Jahren immer noch nicht alle Regeln kennen und das von vielen Unterbrechungen geprägt ist.

Allerdings habe ich erstmals erklärt bekommen, warum Amerikaner keinen Fußball mögen und solche Unterbrechungen gar nicht schlimm sind. Ein Fußballspiel dauert nämlich nur 90 Minuten. Mit lediglich nur einer kurzen Pause. Da bleibt einfach nicht genug Zeit um sich regelmäßig mit Essen und Getränken zu versorgen. Wieder was über die amerikanische Mentalität gelernt. Das wichtigste am Sport ist das Essen und Trinken.

Später am Abend habe ich dann allerdings auch zu spüren bekommen, dass eine 15 minütige Halbzeitpause eines Fußballspiels nicht ausreicht um sich mit einem Hot Dog und einer Cola zu versorgen. Samstags abends habe ich nämlich meine Gastschwester Jackie und ihre Freundin zum Fußballspiel von Chicago Fire gegen die Kansas City Wizzards ausgeführt. Für mich hieß dies endlich wieder Stadionluft schnuppern und Erstligafußball bewundern. Im mit 18.000 Zuschauern besetzten nigelnagel neuen TOYOTA-Park war allerdings wenig Erstliga Atmosphäre zu verspüren. Was ich und die restlichen 17.999 Zuschauer zu sehen bekamen war Fußball, der in Deutschland allenfalls Regionalliganiveau hätte. So endete die Partie auch durch zwei Zufallstreffer mit 2:0 für Chicago. Zu bemerken bleibt noch, dass im Stadion alle Durchsagen sowohl auf englisch als auch auf Spanisch durchgegeben wurden. Da sowohl die beiden Teams als auch das Publikum zu über 50% aus hier lebenden Mexikanern bestanden. Amis interessieren sich halt nicht für Soccer. Um aber noch einmal auf die Halbzeit des Spiel zurück zu kommen. Aus den deutschen Stadien bin ich es gewöhnt, das sich an den Rostwurstbuden immer hunderte Menschen schubsen, stubsen und drängeln um an die Quelle zu gelangen und dann geht’s: Wurstweck in die Hand, vorgezapftes Bier daneben gestellt schnell 5 Euro hingelegt und schnell wieder weg. Nich so in Amerika. In den USA stellt man sich nämlich fein säuberlich in die Schlange, wartet ca. 20 Minuten, bis die 5 Personen vor einem bedient wurden um an die Reihe zu kommen und dann geht’s so: bestellen, warten bis die Bestellung in die Kasse eingetippt wurde, warten bis der Hot Dog vom anderen Ende des Tresens geholt wurde, warten bis die Cola vom wieder ganz anderen Ende des Tresens gezapft wurde, bezahlen, warten bis Bezahlung in die Kasse eingegeben wurde, warten bis Kasse das Wechselgeld ausgerechnet hat, Wechselgeld entgegen nehmen und dann nach 25 Minuten Wartezeit endlich in sein Watteweiches Hot Dog Brötchen zu beißen. Wie liebe ich doch die Ellenbogen and den deutschen Rostwurstbuden!

Ich komme mir hier vor wie im Film „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Hat sich in Deutschland schon mal jemand beschwert, dass man an der Kasse im Aldi zu schnell fertig ist? Kriechen Deutsche mit 90 km/h über schnurgerade Autobahnen? Hier geht alles etwas langsamer!

Back to School!

Da bin ich wieder. Zurück in der Schule. Nach ein paar Monaten Pause ist es jetzt also wieder soweit. Ich drücke mal wieder die Schulbank. Das mache ich ja so gerne. Am Mittwoch hatte ich meine ersten Kurse am College. Mittwoch ist gleichzeitig mein Horrortag. Da habe ich nämlich alle Kruse außer Marketing. Ich fange um 12:00 Uhr Mittags an und der letzte Kurs endet um 21:20 Uhr. Dazwischen habe ich zwar immer lange Pausen aber ich bin trotzdem den ganzen Tag am Campus. Dafür habe ich aber Freitags frei, was auch nicht grade schlecht ist. Allerdings war der Mittwoch nicht nur stundenplanmäßig gut gefüllt sondern auch die Parkplätze am College. Als ich mich auf die Suche nach einem solchen gemacht habe, wusste ich warum ich eine Stunde vor meinem ersten Kurs angereist bin. 35.000 Studenten in einem Land, in dem öffentliche Verkehrsmittel nur mühsam zu finden und Fahrgemeinschaften scheinbar schlichtweg ein Fremdwort sind, kommen nun mal alle mit dem eigenen Auto, welches irgendwo geparkt werden muss. Naja, nach 20 Minuten Parkplatzsuche und weiteren 20 Minuten Fußmarsch zum Klassensaal, hatte ich es dann doch pünktlich zu meiner ersten Schulstunde im „Amiland“ geschafft.
Auch wenn ich ja bekanntlich eher ein Lernmuffel bin, ist es schon ein schönes Gefühl wieder Schüler zu sein. Da kann man(n) noch etwas länger „Kind“ sein und Anzug und Krawatte bleiben vorerst mal im Schrank. Unschöner Nebeneffekt des Schülerdaseins sind allerdings die horrenden Kosten für Schulbücher. Über $300,- habe ich in meine 4 GEBRAUCHTEN Textbooks investieren müssen.

Am Freitag morgen bin ich mit Ruth nach Chicago Downtown gefahren. Ein Besuch beim dt. Konsulat stand auf dem Programm. Da ich keine Lust und Geld hatte um den amerikanischen Führerschein durch einen schriftlichen und praktischen Test zu erwerben, habe ich mir vom dt. Konsulat eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass meine EU-Führerschein auch den Anforderungen der Illinois Drivers License entspricht. Lästiger Bürokratiekram, aber es muss halt sein. Denn weder mein EU- noch mein Internationaler Führerschein haben den Beamten von der amerikanischen Führerscheinstelle ausgereicht um meine Fahrtauglichkeit zu belegen. Aber jetzt bin ich endlich stolzer Besitzer einer „Illinois Drivers License“, die hier übrigens nicht nur als Fahrerlaubnis sondern viel mehr auch als Personalausweis gilt und somit eine wichtige Erleichterung im Alltagsleben hier ist. Denn jedes Mal der freundlichen Verkäuferin, dann ihrer Kollegin und dann dem Filialmanager im Wal Mart seinen Reisepass zu erklären, wenn man einen SIX-Pack Bier erwerben möchte, geht auf Dauer echt auf die Nerven.

Zum Schluss noch ein Wort zum Wetter. Wettertechnisch erlebe ich grade den Sommer mit den meisten Niederschlägen in Illinois seit es hier Wetteraufzeichnungen gibt. Acht Stunden lang Blitz und Donner, habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Am Donnerstag ist nur wenige Ortschaften von Naperville entfernt, ein Tornado durchgefegt und hat einigen Häusern, Autos und leider auch Menschen das Leben gekostet. Wenn man bedenkt, dass man selbst nur in einem „Holzhaus“ sitzt, kann einem da schon unwohl werden. Gott sei dank waren bei uns hier nur die Ausläufer dieses Tornados zu verspüren. Trotzdem fühlt man sich wie im Krieg, wenn die Sirene heult und man im Keller Schutz suchen muss.

Am Wochenende steht Fußball satt auf dem Programm. Mittags Training mit Jackie’s „Funky Junky elastic Monkeys“ und abends dann darf auch ich endlich noch mal Stadionluft schnuppern. Dann geht’s nämlich zum Heimspiel von Chicago Fire gegen die Kansas City Wizzards.

Ankunft in Naperville

Hallo aus dem Westen von Chicago. Nach meiner gut 20 stündigen Zugfahrt von Philadelphia nach Chicago, bin ich am Dienstag endlich bei meiner Gastfamilie in Naperville angekommen.

Ich bin jetzt auch ganz froh endlich meine Koffer ausgepackt zu haben und mein eigenes Zimmer zu haben. Nur aus dem Koffer zu leben macht dann auf Dauer doch keinen Spaß. Nachdem ich also am Dienstag hier angekommen bin, habe ich mich am Mittwoch mit meiner Hostmum Ruth auf den Weg gemacht meine „Social-Security-Card“ zu beantragen. Ohne die geht hier in den USA nämlich so gut wie gar nichts. Die brauche ich um ein Bankkonto zu eröffnen, um den US-Führerschein zu beantragen, um die Autoversicherung abzuschließen, sie dient als Arbeitserlaubnis und zur Registrierung am College. Apropos Registrierung am College. Das war dann nämlich auch meine Beschäftigung am Donnerstag. Da waren Katja und ich den ganzen Tag am College und haben unsere College Coordinatorin Zinta kennen gelernt. Sie hat uns dann einiges über das Leben am College erzählt und uns ihren netten Kolleginnen vorgestellt. Sogar zum Essen sind wir eingeladen worden. Scheinbar habe wir wirklich ein bisschen einen Sonderstatus als PPP’ler. Nichtsdestotrotz mussten wir dann auch unsere Collegekurse auswählen. Was auch gar nicht so einfach war. An dem College gibt es ca. 500 verschiedene Kurse. Darunter dann den Richtigen auszuwählen, der auch noch in deinen Zeitplan passt ist gar nicht so einfach. Dennoch hab ich es irgendwie hinbekommen und bin mit meiner Kursauswahl bis jetzt auch mal recht zufrieden.

Vier verschiedene Kurse konnte ich belegen. Entschieden habe ich mich dann für:

- Consumer Marketing

- Entrepreneurship

- American Politics

- Organizational Behavior

Jetzt brauche ich nur noch das OK von CDS in New York, dass die Kurse zu meiner Berufsausbildung passen und dann geht’s am Mittwoch los und ich bin offiziell Student.

Seit Donnerstag bin ich nicht mehr der einzige Deutsche in meiner Family. Robert macht auf seiner Homestaytour einen Zwischenstop in Naperville.

Zusammen mit ihm, Ruth und meiner Gastschwester Jackie ging es am Freitag Mittag nach Wisconsin. Dort wollten wir am Samstag in Wisconsin Dells Amerikas größten Water-Adventure-Park erobern. Leider fiel dieser Wasserspaß aber ins Wasser. Ein Temperatursturz von über 10 Grad und anhaltender Regen, machten das Badevergnügen unmöglich.

Nachdem wir dann eine Wasserski-Show nach der Hälfte der Aufführung aufgrund der anhaltenden Kälte verlassen mussten, haben wir uns auf den 4 stündigen Heimweg gemacht. Diesen durfte ich dann, als Fahrer des Familieneigenen Vans auch ganz alleine bewerkstelligen. Wer hier in den USA schon mal Auto gefahren ist, der weiß, dass dies keine Besondere Herausforderung war. Automatik, Tempomat und der kilometerlang geradeaus führende Highway machen die aufkommende Müdigkeit zur größten Herausforderung.

Am Sonntag sind wir dann mit der ganzen Familie in den Gottesdienst gefahren. Dort wurde der Pfarrer verabschiedet, mit dem meine Family seit 17 Jahren eng befreundet ist. Seine Abschiedspredigt hat mich sehr an meine Situation erinnert. Er hat alle die schönen Momente beschrieben, die er in der Gemeinde erleben durfte. Dabei wurde auch herzlich gelacht. Sehr ungewohnt in der Kirche. Er sagte, dass es ihm sehr schwer fällt alle seine Freunde zurück zulassen. Er meinte es würde ihm sehr schwer fallen von hier wegzugehen. Allerdings freue er sich auch sehr auf die Herausforderung in seiner neuen Gemeinde. Das Ganze hat mich dann wirklich sehr an mich und mein Jahr hier erinnert.

Seit heute Abend habe ich nun auch endlich mein Auto. Letzte Woche hatte es noch der Bruder meiner Gastmutter für diverse Reparaturen gehabt. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Von Außen sieht der Chrysler noch recht kompakt aus. Wenn man dann aber mal drin sitzt, meint man, man sitzt in einem 10 meter langen Wohnmobil. Alles elektrisch und der Fahrersitz lässt sich per Knopfdruck in alle denkbaren Richtungen bewegen. Absolut geiles Auto. Hoffentlich hält es das Jahr mit mir aus.

Bevor Robert am Dienstag nach Lincoln, Nebraska weitereist, werden wir morgen wohl noch nach Chicago Downtown fahren und die Stadt erkunden. Allerdings nur, wenn das Wetter hält. Leider hat es für morgen Gewitter gemeldet.

So, das waren dann vorerst mal die News von mir. Sobald ich mich ein bisschen am College eingewöhnt habe, meld ich mich wieder hier an dieser Stelle.

Bis dahin wünsch ich euch einen schönen Restsommer und hoffentlich besseres Wetter als wir hier haben.

Streets of Philadelphia

Grüße aus der gefährlichsten Stadt der USA. Seit Donnerstag Mittag bin ich mit Katja in Philadelphia. Das erste über das uns Arrus (unser Host) aufgeklärt hat, ist dass Philly die gefährlichste Stadt der USA ist und hier dieses Jahr schon über 250 Leute ermordet wurden. Keine schöne Quote. Nichtsdestotrotz ist Philadelphia wahrscheinlich auch eine der schönsten und historischsten Städt der Vereinigten Staaten.

Doch jetzt schnell zu meinem Tagesablauf:

Am Donnerstag habe ich mich mit Katja alleine auf Erkundungstour gemacht. Nachdem uns Arrus gesagt hatte, wo wir besser nicht lang gehen sollten, haben wir die typischen Touristen Attraktion wie die „Liberty Bell“ abgehakt und uns nach einem kurzen Lunch und einer Pause am Delawere River auf den Rückweg gemacht. Abends waren wir mit Arrus in seiner Stammbar und haben nach 3 amerikanischen Bier Philly bei Nacht erkundet. Diese Erkundungstour haben wir dann am Samstag bei Tageslicht fortgesetzt. Wohlgemerkt, alles zu Fuß. So richtig unamerikanisch. Sehr amerikanisch ging es dafür am Sonntag mit einem riesen , sprittfressenden Geländewagen auf eine zweistündige Fahrt an den Beach von New Jersey.

Zurück vom Strand ist unsere Gruppe mittlerweile auf 7 Personen angewachsen. Arrus, zwei Freunde seiner Freunde, sein Mitbewohner und dessen Freundin und schließlich wir zwei Deutschen. Heute geht es dann auf den 21 Stunden Horrortrip mit dem Amtrak (Bahn) nach Chicago geht. Von dort werde ich mich dann wohl das nächste Mal melden.

Hoffe ihr habt auch so schönes Wetter wie wir hier.

Letzte Grüße von der Eastcoast

Euer Jonas