Out of School + Christmas

Nach ein paar Wochen habe ich jetzt endlich noch mal die Gelegenheit euch einen neuen Eintrag zu hinterlassen. Heute ist der 3. Januar und ich sitze in Chicago am Flughafen und warte auf meinen Flug nach Washington DC. Doch nun der Reihe nach. Am 18. Dezember hatte ich mein letztes Examen am College und damit gleichzeitig auch meine Collegezeit beendet. Zurückblickend muss ich sagen war es wirklich noch mal schön zur Schule zu gehen. Aber wer den Lernmuffel Jonas kennt, der weiß auch, dass ich mich jetzt umso mehr freue endlich wieder arbeiten zu gehen und (vorerst) die Schulbücher im Regal zu lassen. Während meiner letzten Schulwoche konnte ich dann endlich auch den ersten Besuch aus der Heimat empfangen. Yasmin konnte eine Woche Ihrer kostbaren Zeit opfern und hatte die Gelegenheit meine nette Gastfamilie kennen zu lernen.

Zusammen mit Ihr ging es dann auf einen Tagesausflug nach Milwaukee. Hier haben wir das dortige Kunstmuseum und die Miller Brauerei besichtigt. Fazit dieses Trips ist, das Milwaukee genauso eine Durchschnitts Stadt ist wie fast jede andere ihrer Größe sonst wo in den USA.

Nach Yasmin’s Abreise am 23. stand dann auch schon Weihnachten vor der Tür. Das bedeutet in den USA in der Regel Gottesdienst am 24. abends und Geschenke auspacken am 25. früh – und ich meine wirklich früh – morgens. Diese Zeit zusammen mit meiner Gastfamilie habe ich wirklich sehr genossen. Sonst ist Weihnachten auch in Deutschland für mich die Zeit 2-3 Tage mit der ganzen Familie einfach ein bisschen zu faulenzen. Leider konnte ich diesmal nicht bei diesem „Event“ dabei sein. Also musste ich mich mit der Jeambey Familie zufrieden geben. Allerdings stellte diese sich als adäquaten Ersatz heraus und hat scheinbar die gleichen "Weihnachts-Faulenz-Gene" wie meine Familie Klein, wenn nicht sogar noch mehr. Denn lange ausgiebige Spaziergänge stehen hier nicht auf dem Programm.

Am Abend des 25. Dezember war allerdings schon wir Abschied nehmen angesagt. Denn Marco und ich hatten uns entschlossen dass neue Jahr etwas weiter südlich in der Sonne zu beginnen.

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Thanksgiving

Die letzten Tage waren sehr relaxed. Am Donnerstag war Thanksgiving. Wohl der höchste US Feiertag. Der Tagesablauf lässt sich allerdings recht simpel und schnell beschreiben. Sind nämlich lediglich 3 Dinge von Bedeutung: kochen, essen, ausruhen. Für meinen Gastvater Jon, mein Gastschwesterchen Jackie und mich war allerdings zuvor noch schwitzen angesagt. Morgens um acht Uhr fiel nämlich der Startschuss zum 10. „Naperville Turkey Trot.“ Einem drei Meilen Lauf durch Naperville. Sage und schreibe über 5000 sportbegeisterte Läufer fanden sich ein, um bei eisiger Kälte die 5 Kilometer zu bewältigen. Jacki, Jon und ich hatten nach knapp 30 Minuten den Zielstrich vor Augen und brauchten damit ungefähr doppelt so lange wie der Sieger. Nichtsdestotrotz war das für uns eine respektable Leistung, waren wir doch so ziemlich als letzte ins Feld gestartet.
Danach galt es dann aber den üblichen US Amerikanischen Thanksgiving Tagesablauf zu befolgen.

Der Freitag nach Thanksgiving bedeutet für viele Amerikaner mitten in der Nacht aufstehen um sich früh morgens die günstigen Schnäppchen in den Kaufhäusern zu sichern. Der „Black Friday“ läutet damit auch die Weihnachtsshopping Zeit ein. Meine Familie ist hier allerdings eher untypisch. Die Jeambeys haben nämlich schon so gut wie alle Einkäufe vor Thanksgiving erledigt. Somit konnten wir die Geschenke bereits am Freitag Mittag unter den zuvor aufgestellten Plastik Christbaum legen.
Nein, ich habe mich nicht im Monat geirrt. Es ist erst Ende November. Naja, andere Länder andere Sitten.

Da Amerikaner auch an anderen Sitten und Gebräuchen interessiert sind, gibt es seit ein paar Jahren in Chicago einen Deutschen Weihnachtsmarkt. Also machten sich Tracy, Riccardo (beide habe ich am College kennen gelernt) und ich auf den in den Loop ein wenig heimatliches Flair zu genießen. Und tatsächlich, konnte man auf dem Weihnachtsmarkt zu „O du fröhliche“ Klängen eine Schnitzelweck für $6,75 und einen ebenso teuren Glühwein genießen.

Rockin' in the Rockies

Am Montag bin ich aus Denver,CO zurückgekehrt, wo Andi, Marco, Robin und ich ein verlängertes Wochenende zum Skifahren genutzt haben.

Von Freitag bis Sonntag durften wir fantastischen Vier unsere Alpine Erfahrung  auf einem bzw. zwei Brettern unter Beweis stellen. Ca. 100 Kilometer westlich von Denver und 30 Kilometer östlich von Vail war der Copper Mountain unser Ziel.

Viel Außergewöhnliches gibt es von diesem Wochenende eigentlich nicht zu berichten. Die Fotos zeigen eigentlich alles. Nur schade, dass ich wohl nicht genug Zeit und finanzielle Mittel habe um die Rocky Mountains im Sommer noch mal zu erkunden. Denn im Vergleich zum landschaftlich eher unspektakulären Mittleren Westen waren die Berge eine sehr willkommene und schöne Abwechslung.

Atlanta die II.

Am vergangenen Wochenende war ich noch mal bei Marco in Atlanta zu Besuch. Diesmal entschied ich mich allerdings für die bequemere Anreise via Flugzeug.
Zur Fliegerei in den USA ist zu bemerken, dass das alles relativ easy und unkompliziert geht. Unsere Deutsche Bahn könnte sich von den amerikanischen Airlines teilweise mal eine Scheibe abschneiden. Buchung -> schnell und bequem online, Check-in auch online, zu früh oder zu spät am Flughafen, einfach die frühere oder spätere Maschine nehmen. Ohne Aufpreis!

Nach einem gute einstündigen Flug wurde ich von Marco am größten Flughafen der USA in Empfang genommen. Schnurstracks und mit heller Vorfreude ging es zu Kurt. Wer regelmäßig die Auswanderer Sendungen schaut, dürfte Ihn sogar kennen. Er betreibt in Atlanta ein deutsches Restaurant. Für mich hieß das endlich noch mal Schnitzel mit Spätzle und dazu ein kühles Franziskaner Weizenbier. Sehr lecker!

Nach meiner Anreise am Donnerstag war Freitags dann Sightseeing angesagt, bevor es abends in der Philipps Arena zum Basketballspiel der Atlanta Hawks gegen Dirk Nowitzki’s Dallas Mavericks ging.
Die Tickets für die Partie hatte Marcos nette Gastmutter über ihre Firma organisiert. Und so durften wir das Spiel auf Plätzen verfolgen, die so viel Kosten wie meine Dauerkarte für den Betze in einem Jahr. Positiv außerdem war dann das Spiel (Event) selbst. Aus einer Mischung von Sport und Show wurde man bestens unterhalten und die Zeit verging wie im Flug.

Am Samstag Abend machte ich mich dann wieder auf den Heimweg und war in dem 100-Sitze-Flieger, der gerade mal mit ca. 30 Fluggästen besetzt war, recht einsam.

Die kommenden zwei Wochen werden bei mir recht stressig. Eine 10 seitiges Projekt für meine Politik Klasse gilt es zu erledigen außerdem stehen noch diverse Tests an.
Ich werde mich dann vermutlich in drei Wochen hier noch mal zu Wort melden um vom Ski-Wochenende in Colorado zu berichten.

American Politics

Die vergangenen drei Wochen standen bei mir ganz im Zeichen der Amerikanischen Politik. Vor drei Wochen war Rudy Giuliani zu Gast an meinem College. Er war der Buergermeister von New York während der Anschläge des 11. Septembers. Giuliani ist ein möglicher Präsidentschaftskandidat für die Republikaner bei den Wahlen im kommenden Jahr. Er hielt eine 20 minütige Rede über seine Wahlkampfstrategie und hatte große Freude daran Hillary Clinton zu veralbern. Das Fazit nach diesem Ereignis ist, dass US Politik viel Show, viel Baseball, viel verhöhnen der anderen Kandidaten und insbesondere bei Giuliani der Terror, die Aufrüstung der Armee und wenig wirklich Wichtiges ist.

Letzte Woche waren zwei Autoren von der Satire Zeitung “The Onion” zu Gast an meinem College. Eigens aus ihrem Büro aus New York eingeflogen wurden die Zwei erst zu einem Abendessen eingeladen, an dem ich glücklicherweise auch teilnehmen durfte. Dabei wurde mir bewusst, dass es sich bei den Beiden nicht um irgendwelchen Zeitungsfutzies handelt, sondern dass sie hier sehr angesehene Leute sind. Meine Sitznachbarin war ganz aufgeregt als sie das Zimmer betraten und meinte: “They are like Rockstars”.
Zwei Stunden lang präsentierten sie dann in der Aula des Colleges vor rund 600 Leuten witzige Artikel aus der Vergangenheit. Kann nur jedem raten mal die Website von “The Onion” zu durchstöbern. Ist echt sehr amüsant.

Den Höhepunkt meiner Politischen Aktivitäten erreichte ich dann am vergangenen Freitag. Nach einem weiteren Auswahlverfahren, das ich durchlaufen musste – da bin ich bei meiner Rückkehr nach Deutschland glaube ich wirklich Profi drin – bekam ich eine Zusage für ein Internship in Washington DC.
Fünf Teilnehmer meines Austausch Programms bekommen nämlich jedes Jahr die Möglichkeit ein Praktikum am Amerikanischen Congress in Washington DC zu absolvieren. Von Anfang Januar bis Mitte Februar werde ich also im Office der Abgeordneten meines Counties arbeiten. Für mich ist das eine große Chance die Hauptstadt der USA und das politische Leben hier etwas näher kennen zu lernen. Ich freue mich natürlich sehr auf diese Herausforderung.

Nashville

Vergangenes Wochenende war “WildBoys” Treffen in Nashville angesagt. Also machte ich mich am Freitag mit meinem ersten Innlandsflug auf den Weg in die “Music City”.

Stadt und Herberge ausgesucht hat “WildBoys” Mitglied Josef der in Kalifornien kurz vor der mexikanischen Grenze stationiert ist. Er ist naemlich der Musikliebhaber in unserer Gruppe und wollte deshalb unbedingt die musikalische Seite von Nashville erkunden. Um ihn da nicht alleine im Stich zu lassen, haben Marco, Christof und ich beschlossen ihm dabei Gesellschaft zu leisten. Ines, die sich von unseren Warnungen nicht hat abschrecken lassen war auch mit von der Partie.

Wer jetzt einen ausfuehrlichen Bericht zu den historischen Bauten in Nashville erwartet, den muss ich leider enttaeuschen. Diesbezueglich gibt es in N-Town naemlich genau so viel bzw. so wenig zu sehen wie in jeder anderen amerikansichen Stadt dieser Groesse auch. In der ganzen Stadt dreht sich das Leben hauptsaechlich um die Musik insbesondere die Country Musik. Des einen Freud, des anderen Leid. In einer Partystrasse wo sich eine Kneipe dirket an die naechste anschliesst ist man als jemand, der Counrty Musik nicht als sein Steckenpferd ansieht, leider fehl am Platz. Denn aus jeder Bar ertoent mindestens dreimal pro Abend “Sweet Home Alabama”, was bis zu diesem Wochenende auch doch zu einem meiner Leiblingslieder gehoerte.
Nichtsdestotrotz laesst sich unter bestimmten Umstaenden auch dieses Lied um 1:00 Uhr nachts zum x-ten Mal mit dem Cowboy auf der Buehne mitsingen.

Nach der Besichtigung der “Jack Daniel’s” Destillery am Samstag und einem hervorragenden Barbecue am Samstag abend in unserm Hostel (das beste in ganz Tennessee) aehnelte der Rest des Samstags sehr dem Vorabend.
Nachdem am Sonntag dann Plaene fuer weitere Treffen geschmiedet wurden, ging es fuer mich auch wieder auf den Heimweg.

Alles in Allem ist das Wochenende nicht zuletzt auf Grund der Eigenarten von uns 4 Jungs unter der Kategorie “gelungen” abzuhaken.

Sports again

Nach dem Wochenende mit Marco und Andi und dem sehenswerten U.S. Fußball beim Länderspiel der US-Boys gegen die Jungs vom Zuckerhut, beschloss ich kurzerhand meine eigenen Fußballschuhe noch mal zu schnüren. Dienstags nahm ich nämlich, nach einem ärztlichen Check, am Soccer Training meiner Collegemannschaft teil. Wohl das erste und letzte Mal. Diese Jungs sind echt fit. Keine Wunder bei 5 Trainings und einem Spiel pro Woche. Das Training hat mich dann wieder daran erinnert, warum ich Schiedsrichter geworden bin. Mein Talent beim Fußball ist eben nicht gerade am Ball.

Vom europäischen Fußball ging es dann am Freitag wieder zum American Football. Denn am Freitag hatte das Geburtstagskind Jackie all ihre Freundinnen zum Footballspiel der High School Mannschaft von ihrem Bruder John eingeladen. Da für das Derby gegen die Nachbarschule ein so hohes Zuschaueraufkommen erwartet wurde, wurde das Spiel im größeren Stadion mitten in Naperville ausgetragen. Im Nachhinein stellte sich dann auch heraus, dass das eine gute Entscheidung war. Vor ca. 10.ooo bis 12.ooo Augenpaaren ging das Spiel für John’s Team leider verloren.

Was mir dieses Spiel allerdings wieder gezeigt hat ist, dass das Football die meisten Zuschauer - falls man die überhaupt als solche bezeichnen kann - nur perifär tangiert. Während ich es bei meinen Besuchen auf dem Betze kaum wage während des Spiels die Toilette aufzusuchen, hatte ich bei dem Football Spiel den Eindruck, dass sich das Publikum mehr bewegt als die Akteure auf dem Spielfeld.

Ähnliches war Dienstags beim Major League Baseball Spiel der Chicago Cubs im heimischen Wrigley Field gegen die Cincinatti Reds zu verfolgen. Baseball ist auch so eine Sportart bei der man nach dem Spiel als Zuschauer eher eine Dusche verdient hat als die Spieler.